NEUIGKEITEN

 
Wettbewerb »prima la musica« in schwierigen Zeiten - 2020/21 / Tirol

AbsolventInnen - 2021 / Innsbruck und Salzburg

Musik.Moment in der Spitalskirche - 2020/21 / Innsbruck

Martin Mallaun an der Anton Bruckner Privatuniversität - 2021 / Linz

Neue Noten im Psalteria-Verlag - 2020 / Innsbruck

In memoriam Manfred Schuler / Tirol und Kärnten

In memoriam Roland Jordan / Innsbruck

Neue Noten im Psalteria-Verlag - 2019 / Innsbruck

In memoriam Norbert Leutschacher / Innsbruck

Passionskonzert - April 2019 / Innsbruck


Wettbewerb »prima la musica« in schwierigen Zeiten - 2020/21

Bild    »Zitherissimo«, Elisabeth Kirchmair und Maria Hetzenauer
Foto: Land Tirol / Wolfgang Alberty

Das Corona-Virus hat auch beim österreichischen Wettbewerb »prima la musica« markant »mitgespielt« - als Spielverderber. Im Februar 2020 war ich - noch völlig ahnungslos - Jurymitglied (Zupfinstrumente solo) beim Landeswettbewerb in Salzburg, kurz darauf in Vorarlberg, allerdings hier schon mit gewissen Maßnahmen: Abstandsregelungen, keine Beratungsgespräche, kein Aushang der Ergebnisse. In Tirol (wäre im März geplant gewesen) ist dann der Landeswettbewerb ersatzlos gestrichen worden.
Und 2021 das Déjà-vu: Zither war diesmal in der Ensemblewertung dabei, und wieder musste der Wettbewerb abgesagt werden. Allerdings gab es zumindest die Aussicht auf Verschiebung, und letztlich ging der Tiroler Landeswettbewerb, der in Kitzbühel ausgetragen wurde, zumindest am Ende des Schuljahres über die Bühne. Nun hieß es, in der letzten Schulwoche noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren und das schon lange vorbereitete Programm nicht aufgewärmt und lauwarm, sondern möglichst zündend und frisch zu präsentieren. Dem einzigen teilnehmenden Zitherensemble, dem »Duo Zitherissimo«, ist das hervorragend gelungen. Elisabeth Kirchmair aus Brixlegg (sie besucht das Musikgymnasium und das Tiroler Landeskonservatorium) und Maria Hetzenauer aus Reith (Musikschule Kitzbühel) spielten ein vielsa(e)itiges Programm von Dowland über Sor bis Oberlechner und Horton - manches mit zwei Diskantzithern, manches mit zwei Altzithern - und konnten die Jury mit ihrem Musizieren rundum überzeugen.
Ein ausgezeichneter erster Preis freute auch uns, die betreuenden Lehrerinnen, Barbara Nöckler von der Musikschule Kitzbühel und mich. Wermutstropfen: Auf Bundesebene gab es für alle die wunderbaren Talente wieder kein Podium… jetzt sind wir natürlich gespannt, wie es 2022 weitergeht und hoffen das Beste!
(ij 2021)


AbsolventInnen - Juni 2021

Bild   Bild   Bild

Monika Rozej, Fabian Steindl und Rita Zehentner konnten im Sommersemester 2021 ihre Zitherstudien in Innsbruck und Salzburg erfolgreich abschließen. Alle drei verbindet, dass sie in Familienmusiken und in der Volksmusik ihrer Heimat bestens geerdet sind und bereits in sehr jungen Jahren als herausragende Talente auf ihrem Instrument regional und international aufhorchen ließen. So durften sie bei diversen Wettbewerben Preise mit nach Hause nehmen: Monika in ihrer Heimat Slowenien, Fabian (stammt aus Kärnten/Ö) und Rita (aus Salzburg/Ö) beim Alpenländischen Volksmusikwettbewerb und bei »prima la musica«, alle drei beim Internationalen Wettbewerb in München. Solistische Auftritte, kammermusikalische Projekte und pädagogische Arbeit prägen ihren bisherigen musikalischen Werdegang. Mit dem IGP2-Abschluss, dem Master in Instrumentalpädagogik am Mozarteum Salzburg (Monika Rozej und Fabian Steindl) und dem Konzertdiplom am Tiroler Landeskonservatorium (Rita Zehentner) - alle studierten bei Harald Oberlechner - haben sie nun die höchsten pädagogischen und künstlerischen Ausbildungsstufen dieser Institute absolviert. Wir wünschen den dreien alles Gute auf ihrem weiteren Lebensweg und freuen uns über ihren motivierenden und engagierten Einsatz für die Zither.
(ij 2021)


Musik.Moment in der Kirche im Herzen der Stadt (Spitalskirche) - 2020/21
Eine Corona-Kooperation

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Im Frühjahr 2020, vom ersten Lockdown überrascht, waren wir Musici mit völlig neuen Herausforderungen konfrontiert: Unterricht auf Distanz, kein EnsembleMusizieren, Absagen und Planungsunsicherheit …
Ich habe mich während dieser Isolation an die Innsbrucker Spitalskirche erinnert: Bereits 2018 hatte ich »Erstkontakt« bei einer der Atem.Pausen (kurze Textimpulse mit Musik) im Advent und war sofort von der wunderbaren Akustik fasziniert. In der Folge gab es weitere Atem.Pausen (Fastenzeit/Advent) mit Studierenden des Konservatoriums (Orgel, Zither, Gitarre, Violoncello, Oboe, Harfe, Harmonika) sowie ein schönes, sehr gut besuchtes Kons-Passionskonzert.

Bild   

Die Spitalskirche ist für Betende, Stille-Suchende immer offen, auch »offen« für kulturelle, künstlerische Kooperationen, also machte ich der Kirchenleitung im Frühjahr 2020 folgenden Vorschlag: Ich spiele - nach Terminabsprache - auf meiner Zither in der Kirche, eine Viertelstunde lang, ohne organisatorischen Aufwand, für die zufällig Anwesenden: (Spiel)Raum und (Wohl)Klang für mich; für manche, die gern zuhören, ein Geschenk. Ich bekam grünes Licht und war somit mehrmals Musik.Moment - »Testpilotin«. Dabei habe ich einiges erlebt, mich über Spontanapplaus und nette Begegnungen gefreut. Als sich der strenge Lockdown wieder etwas gelockert hat, sind Studierende diverser Instrumente und Studienrichtungen auf den »Zug« aufgesprungen (ca. zweimal pro Woche).

»Der Musik.Moment hat in meiner Klasse einen festen und besonders geschätzten Platz gefunden. Die einzigartige Akustik in der Spitalskirche, die ganz unmittelbare Atmosphäre live gespielter Musik (die besonders zu Phasen strengerer Corona-Bestimmungen einzigartig war) sowie die unkomplizierte Organisation vor Ort haben uns in diesem Jahr schon zahlreiche wunderbare ›Momente‹ am Mittwochabend geschenkt. Immer, wirklich immer sehe ich nach dieser Veranstaltung glückliche Gesichter - im Publikum und bei den Ausführenden. Was will man mehr?« (Anne Enßle, Professorin für Blockflöte)

Bild    Theresa Weiß, Katharina Fuchs und Clara Gapp

Die räumliche Nähe zu Konservatorium und Mozarteum sowie die jederzeit wohlwollende Haltung zu unserem Tun (DANKE an Jakob Bürgler und sein Team) kommen diesem Projekt sehr entgegen.

»Der Musik.Moment ist für mich eine sehr angenehme Pause, um zur Ruhe zu kommen und um Kraft zu sammeln. Ich bin dankbar dafür, dass junge Menschen den Kirchenraum zum Klingen bringen und uns so mit ihren Talenten beschenken. Das bunte Programm vermittelt pure Freude an der Musik und macht die Musik.Momente zu Glücks.Momenten!« (Theresia Stonig, Pastoralassistentin i. A. / Spitalskirche)

Es ist tatsächlich beglückend, von wie vielen guten Geistern der Musik.Moment mittlerweile mitgetragen wird: KollegInnen, Studierenden, Zuhörenden, Kirchenteam. Als Kurzandacht mit Musik (solches war im letzten Lockdown erlaubt) hat der Musik.Moment alle Holprigkeiten der vergangenen Monate überdauert.

»Die Seele zum Schwingen bringen. Das fällt mir ein, wenn ich an die Musik.Momente in der Spitalskirche denke. Teilen, was einem wichtig ist und mit den geschenkten Talenten vielen Menschen eine Freude bereiten. Danke für dieses Format, das Andacht neu erschließt!« (Carina Mathoy, Lehrerin an der HTL Imst / Religion und Deutsch)

Bild    Sophie Oberleitner

Die Termine werden in der Kirche mit schön gestalteten Plakaten, via Info-Screen und auf hauseigener Website angekündigt und es gibt bereits ein Stammpublikum.

»Nach einem anstrengenden Arbeitstag mich in die stille Kirche setzen, für ein paar Momente den Klängen der Musik lauschen und mich an der Ernsthaftigkeit und Spielfreude der jungen Musikerinnen und Musiker erfreuen ... das ist mir - gerade im letzten Jahr! - ein sehr wertvolles, etwas anderes Workout geworden. Danke euch allen!« (Claudia Kohl, Ärztin)

Bild    Jakob Bürgler / Foto: Diözese Innsbruck/Weingartner

Drei Fragen an Bischofsvikar Jakob Bürgler, Rektor der Spitalskirche

Lieber Jakob, was können wir uns unter der Citykirche / offene Kirche / Kirche im Herzen der Stadt vorstellen?
Wir haben in Innsbruck 27 Pfarrgemeinden und eine ganze Reihe von kirchlichen Orten. Die Spitalskirche, mitten in der Stadt - also in der »City« gelegen, eignet sich meiner Meinung nach besonders gut, neue Wege der Suche nach Lebenssinn und der Begegnung mit dem Glauben zu entwickeln und anzubieten. Wir wollen für unterschiedlichste Menschen einen Platz schaffen und für PassantInnen Angebote machen.
Vor allem geht es uns darum, ein Ort der Gastfreundschaft zu sein. Spital - Hospital - Hospitality: Menschen sollen hier einen guten und lebendigen und freien und herausfordernden Ort finden.
Ziel ist die Begegnung mit unterschiedlichsten Bereichen, die im gesellschaftlichen Leben eine große Bedeutung haben und in denen es eine »Brücke« zum Glauben gibt: Kunst, Musik, Literatur, Bildung, etc.

Erzähle uns bitte etwas zu deinem Zugang zur Musik, zum Musik-Hören, zum Singen, zu »deinen« Instrumenten!
Ich liebe Musik. Die Freude an der Musik und die tiefe Berührung durch sie ist mir im Elternhaus mitgegeben worden. Als Kind und Jugendlicher habe ich selber Instrumente gelernt: Zuerst die Blockflöte und dann hatte ich über viele Jahre Gitarrenunterricht in der Musikschule.
Seit Beginn meines Studiums träume ich davon, noch ein weiteres Instrument zu lernen. Und das habe ich vor einigen Jahren auch begonnen. Leider haben sich die Zeitressourcen in letzter Zeit wieder deutlich verringert - und so liegt mein musikalisches Hobby derzeit "brach". Mein Trauminstrument, das ich zu lernen begonnen habe, ist die Oboe.
Über viele Jahre war ich Mitglied bei Chören. Auch das ist derzeit aus Zeitgründen nicht möglich.
Seit kurzer Zeit entdecke ich einen neuen Zugang zu zeitgenössischer Musik: Ein ganz ungewohntes Feld für mich. Und es ist schön, auch dieses Feld in der Spitalskirche zu erschließen.

Wie nimmst du den Musik.Moment wahr, was ist deine persönliche Bilanz zu diesem Format?
Aus der Not ist eine Tugend geworden. Nachdem in der Coronazeit keine Live-Konzerte und musikalischen Präsentationen möglich waren, haben wir - in Kooperation mit dem Tiroler Landeskonservatorium und dem Mozarteum - begonnen, kleine »Andachten« zu gestalten und über diese Schiene vielen jungen MusikerInnen die Chance gegeben, ihr Talent und Können einzubringen und die Anwesenden zu beschenken.
Ich staune über so viele junge, höchst talentierte InstrumentalistInnen, die ein unglaublicher Reichtum für unsere Gesellschaft sind. Diese Talente gehören »vor den Vorhang«.
Ich glaube, dass das Format »Musik.Moment« viel Potential hat und mit der Zeit hoffentlich noch stärker in seiner Bedeutung erkannt wird. Vor allem sage ich ein ganz großes Danke für das tolle Miteinander, und ein spezielles Danke an Isolde Jordan, die als »Strippenzieherin« und Motivatorin hinter diesem Format steht.

Wir freuen uns auf Musik.Momente 2.0 ab Herbst 2021 - nach der großen Umbauphase der Kirche im Sommer, zu der wir allen Beteiligten viel Kraft und gutes Gelingen wünschen!
(ij 2021)

Weitere Fotos Musik.Moment
Webtipp: www.geistreich.tirol

Bild    Rita Zehentner


Martin Mallaun an der Anton Bruckner Privatuniversität - 2021

Bild Martin Mallaun    Martin Mallaun (Peter Gannushkin)

Mag. Martin Mallaun (*1975) aus St.Johann/Tirol ist ab dem Sommersemester 2021 an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz zum Universitätslehrer für Zither bestellt worden. Er tritt damit die Nachfolge von Professor Wilfried Scharf an.
Das Tätigkeitsfeld umfasst pädagogischen & künstlerischen Einzelunterricht, Fachdidaktik, Kammermusik und Lehrpraxis.
Martin Mallaun hat in Innsbruck am Tiroler Landeskonservatorium das Konzertdiplom für Zither absolviert (Klasse Harald Oberlechner) und an der Leopold Franzens Universität Biologie/Botanik studiert.
Danach folgten eine intensive Phase der Weiterbildung im Bereich der Musik (Alte Musik, Neue Musik) und des wissenschaftlichen Arbeitens im botanischen Bereich, langjährige pädagogische Erfahrung (Landesmusikschule St.Johann/Tirol, Seminare/Workshops), Wettbewerbe und internationale Konzerttätigkeit.
Herzliche Gratulation!


Neue Noten im Psalteria-Verlag - 2020

Bild Neuerscheinungen 2020.jpg


In memoriam Manfred Schuler - unermüdlich im Einsatz für die Volksmusik

Bild Manfred Schuler    Manfred Schuler
Fotostudio Tollinger

Manfred Schuler (*1934 in Innsbruck) ist in Mutters aufgewachsen. Er erlernte das Zitherspiel bei den legendären Lehrern Roman Amarella (privat) und Peter Hornof (am Innsbrucker Konservatorium) und befasste sich außerdem mit Hackbrett, Raffele, Gitarre, Kontrabass, Volksharfe und Hölzernem Glachter. In seiner privaten Musikschule im Stubaital unterrichtete er bis zu 100 Schüler, fuhr mit ihnen zu Wettbewerben (Belgien!) und zu TV-Auftritten. Das Ensemble Schuler-Forster war ebenfalls rege tätig (Schallplattenaufnahmen, Tourneen z.B. nach England).
1975 war der damalige Direktor des Kärntner Musikschulwerkes Dr. Walter Langer auf der Suche nach einer Persönlichkeit, die sich der instrumentalen Volksmusik in Kärnten - dem Land der SängerInnen/Chör - widmen und einen Volksmusikzweig aufbauen könnte. Es wurde ihm Manfred Schuler empfohlen, der gern bereit war, »für ein paar Jahre« nach Kärnten zu gehen. Aus den »paar Jahren« wurden sehr viele Jahre in der neuen Heimat, reiche Jahre voll unermüdlicher pädagogischer Aufbauarbeit. Manfred unterrichtete an den Musikschulen Spittal, Klagenfurt und Villach, hatte unzählige SchülerInnen - viele von ihnen sind heute Lehrkräfte - seine Begeisterung war ansteckend, motivierend. »Wir hatten nicht nur Instrumentalunterricht, Manfred hat mit uns Ausflüge und Kulturfahrten unternommen, man konnte so vieles von ihm lernen« erzählt seine Frau Eveline, die selber bei ihm gelernt hat und den Musiklehrerberuf ebenfalls leidenschaftlich ausübt.
Gemeinsam unternahmen sie Tourneen ins Ausland (Portugal, Belgien), CD-Aufnahmen, leiteten viele Ensembles, veröffentlichten Schulwerke (Zither, Hackbrett und Harfe) mit zahlreichen Spielheften, waren als Juroren tätig, organisierten Kurse, Konzerte, Adventsingen,...
Beim Alpenländischen Volksmusikwettbewerb - wie auch bei »Jugend musiziert« und bei »prima la musica« - waren sie mit zahlreichen SchülerInnen sehr erfolgreich vertreten.
1981 war Manfred Schuler Mitbegründer des »Volksmusikseminars« (Lehrgang für angehende Volksmusik-Lehrende) am Klagenfurter Konservatorium.
Und nicht nur seine Lieblingsinstrumente Zither, Hackbrett und Harfe hat Manfred nach Kärnten gebracht, noch etwas hatte er im »Gepäck«: die Leidenschaft für das Krippenbauen. So gründete er den ersten Krippenverein Kärntens und war dessen Obmann.
Manfred Schuler - unermüdlich tätig auch nach seiner Pensionierung - ist am 13. November 2020 nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. Sein Wirken hat nachhaltige Spuren hinterlassen.
(ij 2020)


In memoriam Roland Jordan

Bild Roland Jordan Weint um mich, doch nur mit Freudentränen,
denn ich will euch fröhlich einst begegnen.
Weiße Rosen soll es reichlich regnen
auf verborgne Teiche und Fontänen.
                 (Roland Jordan, November 2019)
Roland Jordan (7.9.1943 - 14.1.2020)

Roland Jordans Leben war von Anfang an nicht auf Rosen gebettet:
Mitten im Zweiten Weltkrieg geboren, wuchs er zusammen mit zwei Brüdern in bescheidenen Verhältnissen in Innsbruck auf.
Der Vater kehrte aus dem Krieg nicht mehr heim, so war es für die Witwe in der Nachkriegszeit schwer, drei Söhne alleine
aufzuziehen.
Bei Roland zeigte sich schon früh ein ausgeprägtes Interesse für die Musik, in die er schon mit acht Jahren durch den Unterricht eines Tiroler »Wander-Zitherlehrers« eingeführt wurde. Der erste Lehrer August Schiener brachte dem musikalischen Schüler die Grundkenntnisse des Zitherspiels bei und bald konnte er Lieder und Weisen auf einer geschenkten kleinen Zither bei Hauskonzerten vortragen. Neben seiner schulischen Ausbildung an der Handelsakademie und später neben seinem Beruf als Bankangestellter studierte er am Innsbrucker Konservatorium bei Prof. Peter Suitner, der schon früh der Zither - die damals vorwiegend in der Volksmusik beheimatet war - innovative Wege mit neuen Kompositionen und mit Bearbeitungen aus der Alten Musik erschlossen hat. Als Zithersolist wurde Roland Jordan bekannt und zu Konzerten im In- und Ausland eingeladen. Rundfunksendungen und Schallplattenaufnahmen folgten. Bei zahllosen Auftritten bot er ein umfassendes Repertoire, neben den klassischen Komponisten der Zithermusik (Grünwald, Haustein, Schneider etc.) spielte er auch Bearbeitungen von Alter Musik und Werken aus der Klassik und Romantik sowie Lieder des Tiroler Musikers Sepp Weidacher. Auch das Gitarrenspiel faszinierte ihn, das er noch als Erwachsener erlernte und damit seine musikalische Arbeit bereicherte.
In seiner Familie konnte er - Vater von zwei Töchtern - die Begeisterung für das Instrument Zither seiner Tochter Isolde, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Harald Oberlechner am Tiroler Landeskonservatorium unterrichtet, weitergeben.
Die Pflege und Weiterentwicklung der Zither war Roland Jordan ein großes Anliegen. Liebevoll kümmerte er sich um jedes alte, noch so kleine Instrument und ließ es restaurieren, um es für Interessierte spielbereit zu machen. Bei Kontakten zu Musikern und Instrumentenbauern - vor allem in Ostdeutschland - suchte er unermüdlich nach neuen Möglichkeiten für die Zither, um ihr neben der Volksmusik den Zugang zu anderen Musikbereichen zu öffnen und ihr mehr Anerkennung in der allgemeinen Musikwelt zu verschaffen.

Roland Jordan war auch der Poesie sehr zugetan, schon in jungen Jahren verfasste er Gedichte, die er bei Lesungen und
Konzerten vortrug. Seine Musikalität prägte seine Lyrik, mehrere Lyrikbände geben Einblick in sein literarisches Schaffen. Die Verbindung von Literatur und Musik stellte er sich zur Aufgabe, die er als langjähriger Präsident der Innsbrucker Vereinigung »Turmbund - Gesellschaft für Literatur und Kunst« immer wieder bei Veranstaltungen verwirklichte. Dabei unterstützte ihn auch seine Frau Margit, die ihm als Programmchefin, Lektorin und Geschäftsführerin des Vereins den Rücken freihielt für seine musikalische und literarische Arbeit. Mit der beliebten sonntäglichen Matineen-Reihe, dem Konzertcafé im Hofgartencafé, später im Hotel »Grauer Bär« in Innsbruck, wurde eine gelungene Symbiose von Literatur und Musik geschaffen: Seit 1984 stellt es ein einmaliges Veranstaltungsformat dar, ein Forum für viele Kunstschaffende und deren interessiertes Publikum. Hier konnte sowohl Tradiertes als auch Neues aus Literatur und Musik erprobt werden. Dank seiner Vortragskunst und Rednergabe war Roland Jordan als Moderator bei zahlreichen Veranstaltungen im Einsatz und als Förderer seiner Künstlerkollegen unermüdlich tätig.

Mit seinem vielfältigen Wirken und integrativ-ausgleichenden Wesen hat Roland Jordan in unserer schnelllebigen Zeit vielen Freunden der Literatur und Kunst unvergessene Eindrücke und Erlebnisse geschenkt. So wird er den Musik- und Literaturbegeisterten in dankbarer Erinnerung bleiben.
 
(Familien Jordan und Oberlechner)

 
ERDE UND HIMMEL

Gib den scharfen Falken uns und auch
den neuen vollerblühten Rosenstrauch,
gib uns die wilden Winde dicht durchsonnt
und Pappelblätter hoch am Horizont.

Gib täglich uns den frischen Erdenblick
und abendliche Lautentraummusik,
gib jeden Morgen weisen Tatendrang,
und mondhell aufgebrochnen Sphärenklang.

Gib Orchideen, Lupinen, Akelei,
gib Zither uns, Piano und Schalmei,
gib uns die neue Erde grenzenlos,
den neuen Himmel auch gigantisch groß.

                        (Roland Jordan, November 2019)


Neue Noten im Psalteria-Verlag - 2019

Bild Neuerscheinungen 2019


In memoriam Norbert Leutschacher

Bild Norbert Leutschacher    Norbert Leutschacher (1941-2019)
Einer, der das Herz der Zuhörer berühren konnte

Sechs Uhr morgens. Halbdunkel. Zitherklänge. Schwingt da nicht ein Engele mit? Ja noch eins und noch eins. Norbert spielt zum Rorate. Noch liegen kleine Schneekristalle auf unseren Wintermänteln. Und plötzlich, so sanft wie sein Saitenspiel, geschieht das Wunder: »Die Engelen dö kugelen ganz haufnweis hervor«. Advent in St. Nikolaus. Bald darauf ... »Es wird scho glei dumpa ... «. »Die Welt ist Klang«, so nennt sich denn der Buchtitel eines Musikexperten. Norberts Leben war Klang. Und er setzte sich fort in uns Pfarrkindern. Es überrascht deshalb nicht: Sein umgängliches Wesen fand Anklang. Das Leben ist ein einziger Klangkörper. Jeder hat ihn. Auch die, denen verkehrte Lehrer einzureden versuchten, dass sie so gar nicht musikalisch seien. Norbert verstand es, die besten Saiten unserer Pfarrgemeinde zum Klingen zu bringen. So möge sein Nachruf denn im »Dreiklang« (Anm.: so heißt der Pfarrbrief unseres Innsbrucker Seelsorgeraumes Hötting/St.Nikolaus/Hungerburg) seinen Klangort haben. Es wird nicht lang »dumpa« gewesen sein als Norbert am 22. August oben ankam. Die Engelen kannten ihn ja schon und begrüßten alt-vertraut ihr St. Nikolauser Lieblingskind. Aber auch wir herunten, die irdischen Engele-Bengele und Bengele-Engele, ließen uns von ihm gerne in seine Zitherklänge oder im Pfarrcafé in seine Singsprüche nehmen. Er war eben ein einnehmender Mensch. Am 22. August ist er - im Licht der Ewigkeit betrachtet, eine halbe Nanosekunde vor uns - heim-gegangen, zurückgekehrt zu seinem Sohn. Damit hat sich seine Lebenswunde, in Würde getragen, schließen dürfen. Der Volksmusik- und Krippenfreund war in unserer Pfarre eine Schlüsselfigur. Norbert leitete über Jahrzehnte das Mariensingen am 8. Dezember, war der gute Geist dahinter, dass das Singen der Klagelieder des Jeremias in der Passionswoche nicht verloren ging. Er war Treue in Person, in seiner Kindheit schon als Ministrant, späterhin als Pfarrgemeinde- und Pfarrkirchenrat, als Mitglied der Katholischen Männerbewegung, als Lektor, Kantor, Kommunionhelfer, bei den Donnerstag-Abendandachten, bei den Exerzitien im Alltag und in seinem Stammbeisl »Pfarrcafé«. Und, und, und ... Er, der so viele Dienste für St. Nikolaus tat, war, was alles überwiegt, ein so liebevoll sich sorgender Ehemann für Annemarie, die wir besonders in dieser schweren Zeit begleitet wissen wollen. Norbert war so fröhlich wie spirituell auch, so leutselig wie tiefsinnig auch. All das, was man einen lieben Kerl nennt, über den man als Freund, als Nachbar oder Schwiegerpapa sich freuen kann. Er war so selbstverständlich hilfsbereit, man konnte sich ihn gar nicht anders vorstellen. Er war geerdet, sein froher Sinn immer den Menschen zugewandt. Zugleich konnte er einfühlsam und kritisch zugleich über den Glauben reden. Die Krise der Kirche registrierte er, sie tangierte ihn aber nicht in seinen Grundfesten. Er zeigte uns, was für eine heilsame Wirkung doch der Humor hat. Darin war er einzigartig. Es gibt ja durchaus humorige Leute, die bei geistigen Fragen aber schnell einmal Aspirin brauchen und es gibt durchaus vergeistigte Leute, die das Lachen verlernt haben. Humor und Spiritualität waren bei ihm in Freundschaft, die er so gerne teilte, ungeschieden beisammen und das eine schien das andere zu speisen. Kurzum: Er war ein runder Mensch, eine treue Seele und bei allen sehr beliebt. So stolz hat er auch immer, im Verein mit Annemarie, von den Kindern erzählt. Er wird die Zither wohl mitgenommen haben und dort oben für mehr musikalische Abwechslung sorgen (damit nicht immer nur Halleluja gesungen wird, was in einem Münchner-Schwank schon einen Weiß Ferdl ganz schön genervt hat). Wir freuen uns, wenn Du, lieber Norbert, uns dereinst einmal, wenn wir oben eintrudeln, uns zum Einstand mit sanften und frohen Zitherklängen empfangen wirst. Pfiat Di!
Im Glauben vereint für die St. Nikolauser Pfarrfamilie
Peter Stöger

Stellvertretend für alle (Zither)Freunde von Norbert danken wir Prof.Dr. Peter Stöger für diese treffenden und tröstenden Zeilen!
isolde jordan + harald oberlechner


Passionskonzert - April 2019

Bild    Foto: MaLa

Ein berührendes und eindrucksvolles Passionskonzert haben Studierende des Tiroler Landeskonservatoriums den BesucherInnen der Kirche im Herzen der Stadt (Alte Spitalskirche in Innsbruck) am 11. April 2019 »geschenkt«.
Volksmusik-Studierende aus den Klassen Johanna Dumfart, Otto Ehrenstrasser, Isolde Jordan und Harald Oberlechner führten - durch eine spannende Zusammenstellung von ganz unterschiedlichen Werken und Instrumentierungen - in die Tiefe der Passionsgeschichte ein und erschlossen damit einen innigen Zugang zur Aktualität des Lebensschicksals Jesu. Texte von Margit Jordan, gelesen von Lisa-Marie Hilber (Klasse Hildegard Starlinger) stellten den aktuellen Bezug der Thematik her.
Eine wunderbare Stunde der Einstimmung auf die Karwoche und der Begegnung mit dem Kern der österlichen Botschaft! Ein ganz großes Danke an alle Verantwortlichen und Mitwirkenden!
(Msgr. Mag. Jakob Bürgler / Bischofsvikar / Rektor der Spitalskirche)

www.dibk.at/kirche-im-herzen-der-stadt

KonzertProgramm
KonzertFotos